Farbfehlsichtigkeiten

Wahrnehmung entscheidet über Verständlichkeit.

Farbe wird oft als rein gestalterisches Mittel verstanden. Tatsächlich ist sie jedoch stark von der individuellen Wahrnehmung abhängig. Nicht alle Menschen sehen Farben gleich. Unterschiede im Farbsehen führen dazu, dass Informationen, die ausschließlich über Farbe vermittelt werden, teilweise oder vollständig verloren gehen. Besonders im Kontext von Orientierung, Information und Interaktion kann das zu Missverständnissen, Fehlinterpretationen oder Ausschluss führen. Barrierefreies Gestalten mit Farbe beginnt beim Verständnis menschlicher Wahrnehmung.

 

Farbsehen als biologischer Prozess

Farbwahrnehmung entsteht durch sogenannte Zapfen im Auge, die auf unterschiedliche Wellenlängen reagieren. Sind einzelne Zapfentypen eingeschränkt oder fehlen, lassen sich bestimmte Farben nur schwer oder gar nicht unterscheiden. Diese Einschränkungen werden als Farbfehlsichtigkeiten zusammengefasst und treten häufiger auf, als man denkt – rund 10 % der Männer sind davon betroffen.

 

Die wichtigsten Formen der Farbfehlsichtigkeit sind:

 

1. Rot-Grün- Fehlsichtigkeit

Die häufigste Form der Farbsehschwäche. Rot-und Grüntöne sind schwer oder nicht unterscheidbar, Farbkontraste wirken abgeschwächt oder gleichwertig.

 

2. Blau-Gelb- Fehlsichtigkeit

Seltener, aber relevant. Blau- und Gelbtöne werden schlechter unterschieden, Kontraste erscheinen flacher.

 

3. Vollständige Farbenblindheit

Sehr selten. Farben werden kaum oder gar nicht wahrgenommen, stattdessen dominieren Helligkeitsunterschiede.