Farbpaletten
Farbe als System
Farben sind nicht von sich aus barrierefrei oder nicht barrierefrei. Entscheidend ist immer das Verhältnis der Farben zueinander. Eine Farbe wird erst im Kontrast zu einer anderen wahrnehmbar. So kann Gelb auf weißem Hintergrund kaum erkannt werden, während dieselbe Farbe auf schwarzem Hintergrund einen sehr hohen Kontrast aufweist.
Für die Gestaltungspraxis bedeutet das: Farben dürfen niemals isoliert betrachtet werden. Sie müssen als Teil eines Farbsystems verstanden werden, in dem Helligkeit und Kontrast bewusst aufeinander abgestimmt sind.
Farbpaletten als System
Besonders geeignet sind Farbpaletten, die auf einer gleichmäßigen Helligkeitsverteilung basieren. Wissenschaftlich entwickelte Paletten wie Viridis, Cividis oder Batlow wurden ursprünglich für Datenvisualisierung entwickelt, eignen sich aber ebenso für Grafik-, Web- und Informationsgestaltung.
Der Vorteil solcher Paletten liegt darin, dass ihre Farben auch bei eingeschränktem Farbsehen klar unterscheidbar bleiben. Farbverwechslungen werden dadurch deutlich reduziert, da sich die Farbtöne nicht nur im Farbton, sondern vor allem in ihrer Helligkeit unterscheiden.
Robust unter verschiedenen Bedingungen
Barrierefreie Farbsysteme funktionieren auch dann zuverlässig, wenn Farbe nur eingeschränkt wahrgenommen wird, etwa bei Farbsehschwächen, ungünstigen Lichtverhältnissen oder in Graustufen. Formen, Flächen und Informationen bleiben dennoch klar unterscheidbar, weil die zugrunde liegenden Helligkeitskontraste erhalten bleiben und Orientierung ermöglichen.
Farben immer als System mit abgestuften Helligkeiten denken, nicht als einzelne Töne.
