Schriftgrößen im Print

Die richtige Schriftgröße erleichtert das Lesen.

Die Schriftgröße ist einer der wichtigsten Faktoren für gute Lesbarkeit. Sie entscheidet, ob Text mühelos gelesen werden kann oder zur Anstrengung wird. Da gedruckte Texte nicht vergrößert werden können, muss die Schriftgröße von Anfang an ausreichend gewählt sein.

 

Im Print ist nicht die nominelle Punktgröße ausschlaggebend, sondern die wahrgenommene Größe der Buchstaben. Unterschiedliche Schriftarten wirken bei gleicher Punktgröße unterschiedlich groß. Ursache dafür sind Unterschiede in den Proportionen, insbesondere in der Mittellänge (x-Höhe). Schriften mit größerer Mittellänge sind bei gleicher Punktgröße besser lesbar.

 

Schriftgröße im Verhältnis sehen

Für die Lesbarkeit ist die Mittellänge entscheidend, nicht die Versalhöhe oder die angegebene Punktgröße. Deshalb beziehen sich Empfehlungen zur barrierefreien Schriftgröße auf die Höhe der Kleinbuchstaben, da sie den tatsächlichen visuellen Leseeindruck bestimmen und den Großteil des Textbildes ausmachen.

 

Neben der Schrift selbst beeinflussen weitere Faktoren die erforderliche Größe:

  • der Betrachtungsabstand
  • die Textart
  • die Sehschärfe
  • Lichtverhältnisse und Kontrast

 

Je größer der Betrachtungsabstand oder je eingeschränkter die Sehbedingungen, desto größer muss die Schrift gewählt werden.

 

 

Schriftgrößen Berechnung

Um Schriftgrößen im Print sinnvoll festzulegen, wird nicht von der Punktgröße ausgegangen, sondern von der Mittellänge. Sie beschreibt die wahrgenommene Höhe der Kleinbuchstaben und ist entscheidend für die Lesbarkeit im Textfluss.

Ausgehend vom üblichen Leseabstand im Print lassen sich zunächst Grundwerte für die Schriftgröße bestimmen. Diese gelten für Personen mit normaler Sehschärfe und dienen als Ausgangspunkt für alle weiteren Anpassungen. Die folgende Tabelle veranschaulicht diese Richtwerte für Lesetexte und zeigt, wie Betrachtungsabstand, erforderliche Mittellänge und daraus resultierende Schriftgröße übersichtlich miteinander zusammenhängen.

 

 

Anpassung über den VisusFaktor

Um die Schriftgröße an unterschiedliche Zielgruppen anzupassen, wird der ermittelte Grundwert mit einem VisusFaktor multipliziert. Der Visus beschreibt die Sehschärfe einer Person. Je geringer der Visus, desto größer muss die Schrift gewählt werden, um eine vergleichbare Lesbarkeit zu erreichen.

 

Bewährte Multiplikationsfaktoren sind:

Visus 0,7 oder höher:

–› Faktor 1,0

Visus 0,5:

–› Faktor 1,4

Visus 0,4:

–› Faktor 1,75

 

Ein Lesetext mit einer berechneten Grundgröße von 12 pt wird für eine Zielgruppe mit einem Visus von 0,5 mit dem Faktor 1,4 multipliziert. Daraus ergibt sich eine empfohlene Schriftgröße von rund 1617 pt.

Für gedruckte Fließtexte haben sich folgende Richtwerte bewährt:

Fließtext für die breite Öffentlichkeit: ca. 12 pt

Texte für ältere oder sehbeeinträchtigte Zielgruppen: ca. 16 pt

 

Testdrucke als unverzichtbarer Schritt

Schrift wirkt auf dem Bildschirm anders als im Druck. Testdrucke sind daher unverzichtbar, um zu prüfen, ob die gewählte Schriftgröße im gedruckten Layout tatsächlich gut lesbar ist und stabil wirkt.