Taktile Elemente
Das Medium Print
Barrierefreie Gestaltung endet nicht bei der visuellen Ebene. Für Menschen mit starker Sehbeeinträchtigung oder Blindheit sind taktil erfassbare Informationen eine wichtige Ergänzung, um Inhalte selbstständig wahrnehmen und einordnen zu können. Information wird dabei nicht nur gelesen, sondern über den Tastsinn erschlossen.
Brailleschrift gezielt einsetzen
Die bekannteste taktile Schrift ist die Brailleschrift, die auf erhabenen Punktkombinationen basiert und international standardisiert ist. Sie ermöglicht blinden Menschen das Lesen durch Ertasten und ist vor allem in Leitsystemen, Türbeschriftungen, oder Orientierungstafeln sinnvoll.
Heutzutage beherrschen jedoch nur etwa 10 % der blinden oder sehbehinderten Menschen in Deutschland Braille. Brailleschrift allein reicht daher nicht aus, um Informationen allgemein zugänglich zu machen, sondern sollte nur gezielt eingesetzt werden.
Taktile Strukturen als Orientierungshilfe
Auch jenseits von Braille können taktile Elemente Orientierung schaffen. Reliefprägungen, Blindprägungen oder fühlbare Markierungen helfen dabei, Abschnitte, Kapitel oder wichtige Bereiche zu unterscheiden. So entsteht eine zusätzliche, spürbare Hierarchie, die Inhalte leichter auffindbar macht.
Klarheit vor Dekoration
Damit taktile Elemente wirksam sind, müssen sie deutlich spürbar und funktional gestaltet sein. Zu feine Prägungen oder rein dekorative Strukturen verlieren ihre orientierende Wirkung. Taktile Gestaltung sollte visuelle Informationen ergänzen und klar unterstützen.
Taktile Elemente machen Struktur fühlbar – gezielt eingesetzt, ergänzen sie visuelle Orientierung.
